Inhaltsverzeichnis:
- Staatsanwaltschaft Mannheim zu Einschleusungen
- Betrug durch Scheinfirmen in Mannheim und Hessen
- Angaben des Hauptangeklagten und Verteidigung
- Urteil im Dezember erwartet
Staatsanwaltschaft Mannheim zu Einschleusungen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Hauptangeklagte im März 2018 insgesamt 45 Personen aus dem Irak, Iran, Syrien und Somalia nach Deutschland gebracht haben. Elf dieser Menschen waren minderjährig. Sie seien in einem Lastwagen von Rumänien bis nach Bayern transportiert worden.
Die Umstände sollen lebensgefährlich gewesen sein. Die Gruppe sei auf rund 15 Quadratmetern hinter Holzpaletten versteckt gewesen. Es gab keine Sitzgelegenheiten. Frische Luft habe es über viele Stunden nicht ausreichend gegeben. Auch ihre Notdurft mussten die Menschen im Fahrzeug verrichten.
Besonders kritisch sei die Situation wegen der Temperaturen gewesen. Der Transport habe bei Kälte um den Gefrierpunkt stattgefunden. Erst kurz nach der bayerischen Grenze seien die Personen wieder aus dem Fahrzeug gelassen worden. Die Staatsanwaltschaft sprach in diesem Zusammenhang von einem kleinen Wunder, dass niemand ums Leben gekommen ist.
Betrug durch Scheinfirmen in Mannheim und Hessen
Neben dem Vorwurf der Schleusung geht es um mutmaßlichen Betrug in großem Stil. Der 40-Jährige soll bis zu seiner Festnahme im Oktober 2024 mehrere Betrugstaten begangen haben. Dabei soll er zwei Mitangeklagte im Alter von 46 und 59 Jahren als Helfer gehabt haben.
Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden mindestens 15 Betrugstaten begangen. Das Trio nutzte zwei Scheinfirmen, mit Sitz in Mannheim und Hessen. Über eine Transportfirma nahmen sie Aufträge zum Schein an. Die Güter wurden nicht ausgeliefert, sondern von den Angeklagten selbst verkauft.
Unter den Waren befanden sich unter anderem:
- Fahrzeugbauteile
- Kosmetikartikel
- Getränkedosen
Ein Teil der Ware soll sogar ins Ausland verkauft worden sein. Nach Schätzung der Staatsanwaltschaft entstand ein Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Euro.
Angaben des Hauptangeklagten und Verteidigung
Zum Auftakt des Prozesses kündigte die Verteidigerin des Hauptangeklagten an, dass sich ihr Mandant am Freitag äußern werde. Dabei wolle er die meisten Betrugsvorwürfe einräumen. Den Vorwurf der Einschleusung unter lebensbedrohlichen Bedingungen bestreite er jedoch entschieden.
Die beiden Mitangeklagten werden ebenfalls mitverantwortlich gemacht. Ihnen wird Beihilfe bei den Betrugstaten vorgeworfen. Beide Männer sollen eng in die betrügerischen Geschäfte eingebunden gewesen sein.
Urteil im Dezember erwartet
Das Verfahren am Landgericht Mannheim wird noch mehrere Wochen dauern. Nach Angaben des Gerichts ist mit einem Urteil Anfang Dezember zu rechnen. Der Prozess betrifft sowohl grenzüberschreitende Schleusungen als auch finanziellen Betrug in Millionenhöhe.
Quelle: SWR, www.on-the-top.net/de/