Dienstag, 25 November 2025 17:05

Bahnprojekt Mannheim Karlsruhe erhält klare Richtung

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Baufortschritt an der neuen Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe Baufortschritt an der neuen Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Die Deutsche Bahn hat einen wichtigen Schritt beim Ausbau der Schieneninfrastruktur im Südwesten gesetzt. Das Unternehmen präsentierte in Karlsruhe eine bevorzugte Trassenführung für die geplante Neubaustrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe. Die Wahl fiel nach monatelangen Analysen auf die rechtsrheinische Variante R4, die in zentralen Kriterien die höchste Bewertung erzielte. Erste Unterlagen sollen 2026 eingereicht werden. Eine vollständige Klärung der Engpasssituation im Mannheimer Knoten steht jedoch weiterhin aus.

  • 8 geprüfte Trassenvarianten
  • 97 Prozent oberirdischer Verlauf
  • Fertigstellung der Unterlagen bis Ende erstes Quartal 2026

Inhaltsverzeichnis:

  1. R4 zwischen Mannheim Ziehbrunnen und Karlsruhe Güterbahnhof
  2. Umweltkriterien und Raumordnung stärken die Entscheidung
  3. Offene Fragen im Knoten Mannheim
  4. Weiterer Ablauf bis 2026

R4 zwischen Mannheim Ziehbrunnen und Karlsruhe Güterbahnhof

Die Vorzugsstrecke beginnt am Abzweig Mannheim Ziehbrunnen bei Alteichwald südlich von Friedrichsfeld. Der Verlauf führt Richtung Schwetzingen. Dort verläuft die Verbindung unterirdisch zur bestehenden Schnellfahrstrecke Mannheim Stuttgart. Anschließend folgt sie über Hockenheim und Waghäusel bis Wiesental der vorhandenen Bahninfrastruktur. Den letzten Abschnitt bildet ein Verlauf parallel zur Autobahn A5 bis zum Karlsruher Güterbahnhof. Der Abschnitt Molzau bis Karlsruhe kann bei Bedarf früher eröffnet werden, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Diese Option soll den überlasteten südlichen Zulauf langfristig stärken. Ergänzende Details zur bestehenden Hauptachse zwischen Mannheim und Stuttgart finden sich im Bericht zur Vollsperrung der Schnellfahrstrecke Mannheim Stuttgart.

Umweltkriterien und Raumordnung stärken die Entscheidung

Die Umweltprüfung ergab für R4 die beste Bewertung. Nach Angaben der Projektleitung erfüllt die Route alle ökologischen Vorgaben. Gleichzeitig werden Eingriffe in Siedlungsbereiche vermieden. Die Linienführung wurde zu 97 Prozent oberirdisch entlang bestehender Trassen geplant, was Eingriffe reduziert. Eine Übersicht der wesentlichen Bewertungsfaktoren

  1. Umweltverträglichkeit
  2. Raumordnerische Kriterien
  3. Verkehrliche Zielsetzungen
  4. Minimierung zusätzlicher Infrastruktureingriffe

Offene Fragen im Knoten Mannheim

Die größte Hürde bleibt der Bereich zwischen Bahnhof Mannheim Waldhof und Hauptbahnhof. Dort fehlt weiterhin die Prognose des Bundes für den Zugverkehr im Jahr 2040. Die Engpasssituation im Knoten Mannheim bleibt damit ungelöst und verzögert weitere Planungsabschnitte. Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) betonte erneut die Bedeutung dieses Abschnitts für die gesamte Region. Aktuell sind 21 von 24 Stadtteilen starkem Bahnlärm ausgesetzt. Die Stadt fordert seit Jahren einen Güterverkehrstunnel, um den Rangierbahnhof Richtung Norden stadtverträglich anzubinden. Ein aktuelles Beispiel für infrastrukturelle Belastungen zeigt auch der Bericht über den Geruch nach einem Feuer in einem Mannheimer Kakaobetrieb, der ebenfalls Auswirkungen auf umliegende Stadtteile hatte.

Weiterer Ablauf bis 2026

Die Deutsche Bahn bereitet nun die Unterlagen für die Raumverträglichkeitsprüfung vor. Der Zeitplan sieht eine Einreichung bis Ende des ersten Quartals 2026 beim Regierungspräsidium Karlsruhe vor. Das Projekt wird von einem Dialogforum begleitet, an dem Vertreter aus Politik, Verwaltung, Umweltverbänden und Bürgerinitiativen teilnehmen. Für die Öffentlichkeit findet am 4. Dezember um 18 Uhr eine Online Veranstaltung statt. Hinweise zu weiteren regionalen Entwicklungen liefert auch die Übersicht zum Maimarkt in Mannheim, der jährlich große Besucherströme anzieht.

Das Bahnprojekt Mannheim Karlsruhe bewegt sich damit sichtbar voran, auch wenn ein zentraler Engpass weiterhin auf eine Lösung wartet.

Quelle: HEIDELBERG24, 24 EDU MOBI

FAQ

Welche Trassenvariante wurde für das Bahnprojekt Mannheim Karlsruhe gewählt?

Die Deutsche Bahn hat sich für die rechtsrheinische Variante R4 entschieden, die nach intensiver Prüfung von acht verschiedenen Optionen die besten Bewertungen erhielt.

Wie verläuft die Strecke der Variante R4?

Die Strecke beginnt am Abzweig Mannheim Ziehbrunnen bei Alteichwald, führt über Schwetzingen, Hockenheim und Waghäusel bis Wiesental und verläuft anschließend parallel zur Autobahn A5 bis zum Karlsruher Güterbahnhof.

Welche Vorteile bietet die Variante R4?

Die Route erfüllt alle Umweltkriterien, verläuft zu 97 Prozent oberirdisch entlang bestehender Verkehrswege und vermeidet zusätzliche Eingriffe in Siedlungsräume.

Wann sollen die Unterlagen für die Raumverträglichkeitsprüfung eingereicht werden?

Die Deutsche Bahn plant, die Unterlagen bis Ende des ersten Quartals 2026 beim Regierungspräsidium Karlsruhe einzureichen.

Was ist das größte Problem des Projekts?

Die Durchfahrt durch den stark belasteten Knoten Mannheim bleibt ungelöst, da Prognosen für den Zugverkehr 2040 noch fehlen.