Freitag, 02 Oktober 2026 15:53

Patek Philippe Geschichte - Von 1839 bis heute

Rate this item
(1 Vote)
WATCHOYSTER WATCHOYSTER

Patek Philippe gehört seit rund 200 Jahren zu den bekanntesten Namen der Schweizer Uhrmacherei. Ungewöhnlich ist die Besitzstruktur: Das Unternehmen gehört seit 1932 derselben Familie und zählt damit zu den letzten unabhängigen, familiengeführten Uhrenmanufakturen Genfs. Dieser Artikel geht die wichtigsten Stationen der Firmengeschichte durch, von der Gründung bis zum Auktionsrekord von 2019.

Wer Uhren aus dieser Tradition sucht, findet bei WATCHOYSTER geprüfte Uhren aus zweiter Hand. Jede Uhr lässt das Unternehmen vor dem Verkauf von einem zertifizierten Uhrmacher in der eigenen Werkstatt prüfen.

1839: Die Gründung in Genf

Am 1. Mai 1839 gründeten der polnische Geschäftsmann Antoni Patek und der ebenfalls aus Polen stammende Uhrmacher Franciszek Czapek in Genf die Firma Patek, Czapek & Cie. Patek war als Flüchtling nach Westeuropa gekommen, nachdem er im polnisch-russischen Krieg gekämpft hatte. In der Schweiz entdeckte er schließlich die Uhrmacherei für sich. Die junge Firma baute zunächst Taschenuhren, die mit Motiven aus der polnischen Geschichte und Kultur verziert waren.

Die Partnerschaft mit Czapek hielt nur wenige Jahre. 1845 trennten sich die beiden. Patek lernte kurz darauf in Paris den französischen Uhrmacher Jean Adrien Philippe kennen, der dort für ein von ihm erfundenes Aufzugssystem mit Krone ausgezeichnet worden war. Die Uhr ließ sich damit ohne separaten Schlüssel aufziehen und stellen. Aus der Zusammenarbeit entstand 1851 die Firma Patek Philippe & Cie, deren Name bis heute gilt.

Frühe Kunden und die erste Armbanduhr

In den folgenden Jahrzehnten belieferte das Haus eine prominente Kundschaft in Europa, darunter Königin Victoria von England. 1868 fertigte Patek Philippe für die ungarische Gräfin Koscowicz eine Uhr, die als erste Schweizer Armbanduhr gilt. Damals trugen fast nur Frauen Uhren am Handgelenk, als Schmuck. Der Markt gehörte den Taschenuhren.

Antoni Patek starb 1877, Adrien Philippe 1894. Danach führten Nachkommen und angeheiratete Familienmitglieder das Unternehmen weiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

1932: Die Familie Stern übernimmt

Die entscheidende Wende kam in der Weltwirtschaftskrise. 1932 verkauften die damaligen Aktionäre ihre Anteile an die Brüder Charles und Jean Stern. Deren Familienbetrieb hatte Patek Philippe bis dahin als Zifferblatt-Lieferant beliefert. Seither gehört das Unternehmen durchgehend der Familie Stern. Heute leitet es die vierte Generation: Thierry Stern übernahm 2009 das Präsidium von seinem Vater Philippe Stern.

Diese Unabhängigkeit ist ein wichtiges Merkmal der Marke. Viele traditionsreiche Genfer Uhrenhäuser gingen im 20. Jahrhundert an größere Konzerne. Patek Philippe blieb im Familienbesitz.

Auktionsrekorde

Im November 2019 wurde die Grandmaster Chime Referenz 6300A auf der Wohltätigkeitsauktion Only Watch in Genf für rund 31 Millionen Schweizer Franken verkauft, versteigert von Christie's. Es war ein Einzelstück aus Edelstahl mit 20 Komplikationen und damals die teuerste Uhr, die je auf einer Auktion den Besitzer wechselte. Das Exemplar blieb das einzige seiner Art in Stahl, weil Patek Philippe dieses Material bei so komplizierten Uhren sonst kaum verwendet.

Schon 2014 hatte die Henry Graves Supercomplication, eine 1932 fertiggestellte Taschenuhr, rund 24 Millionen US-Dollar erzielt und war damals ebenfalls ein Rekord. Ob der Preis von 2019 heute noch die Bestmarke ist, sollten Sie vor einer Veröffentlichung oder Zitierung selbst prüfen.

Patek Philippe heute

Patek Philippe produziert bewusst in überschaubarer Stückzahl. Schätzungen liegen bei etwa 60.000 bis 70.000 Uhren pro Jahr, deutlich weniger als bei den größten Uhrenkonzernen. Die begrenzte Menge trägt zur Exklusivität der Marke bei und ist ein Grund dafür, dass viele Referenzen auf dem Gebrauchtmarkt gefragt bleiben.

Für Käufer heißt das: Bei einer Marke mit so hoher Nachfrage gibt es auch viele Fälschungen. Herkunft, Unterlagen und ein Echtheitsnachweis sind beim Kauf einer gebrauchten Patek Philippe mindestens so wichtig wie die Wahl des Modells.

Ein Blick zurück

Zwei polnische Einwanderer gründen 1839 eine Firma in Genf, der Franzose Philippe kommt dazu, und 1932 übernimmt eine Zulieferer-Familie das Ruder, die das Unternehmen bis heute führt. Diese Kontinuität und die bewusst begrenzte Produktion erklären viel von dem Ruf, den Patek Philippe heute hat.